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Lexikon M N O
 

Marmor

(mármakos, griech. = schimmernder Felsblock, Marmor)
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Marmor ist ein mittel- bis grobkörniges Metakarbonatgestein, das zu mindestens 80% aus Calcit besteht. Weitere Gemengteile sind die Glimmer Muskovit, Phengit und Phlogopit sowie Graphit. Gelegentlich treten Pyrit und organische Kohlenstoffverbindungen (Bitumina) auf. Marmor entsteht aus ziemlich reinen Kalksteinen.

Farbe: weiß bis grau, weißbräunlich, rosa, selten schwarz.

Technische Werte*:

Druckfestigkeit 80 - 180 N/mm²
Biegezugfestigkeit 6 - 15 N/mm²
Wasseraufnahme 0,2 - 0,6 Gew.-%
Rohdichte 2,6 - 2,9 g/cm³
Schleifabnutzung 15 - 40 cm³/50cm²

* Die genannten "Technischen Werte" sind nach Angaben der DIN 52 100 und anderen Quellen zusammengestellt und geben die Spannweiten mechanischer Parameter für das Gestein wieder.

Besonderheiten: Insbesondere bei hellen Marmoren besteht aufgrund der Kapillarität und möglicher akzessorisch auftretender Mineralien wie Pyrit Verfärbungsgefahr.
Deutsche Vorkommen: Lengefeld (Erzgebirge), Wunsiedel (Fichtelgebirge).
Ausländische Sorten (Auswahl): Naxos (Griechenland); Carrara, Lasa Bianco, Lasa Statuario (Italien), Karibib Schwarz (Namibien); Fauske (Norwegen); Estremoz (Portugal); Rusita (Rumänien); Rosalia, Bianco Royal (Türkei).
Verwendung: Bodenbeläge, Wandbekleidungen, Massivarbeiten, Bildhauerstein.
 

Melaphyr

(mélas, griech. = schwarz; phìro, griech. = vermengen)
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Im deutschen Sprachgebrauch wird ein dichtes bis feinkörniges, mitunter auch porphyrisch ausgebildetes Ergußgestein tholeiitbasaltischer Zusammensetzung und nachkarbonischen bis vortertiären (meist permischen) Alters Melaphyr genannt. Melaphyre und Diabase werden zusammengefaßt als Paläobasalte bezeichnet. Melaphyre sind jedoch im Gegensatz zu Diabasen nicht vergrünt. Viele Melaphyre, die Melaphyrmandelsteine, sind reich an Blasenhohlräumen, die mit sekundären Mineralbildungen wie Kalkspat, Delessit (einem dem Chlorit ähnlichen Mineral von grüner Farbe), Quarz und Chalcedon (Achat) gefüllt sind.
In anderen Ländern werden vielfach basische Ergußgesteine ohne Rücksicht auf ihr geologisches Alter als Melaphyre bezeichnet, wenn ihr Erhaltungszustand etwa dem mitteleuropäischen Melaphyr entspricht.

Farbe: schwarz, violett, rötlichbraun.

Technische Werte*:
Druckfestigkeit 250 - 400 N/mm²
Biegezugfestigkeit 15 - 25 N/mm²
Wasseraufnahme 0,1 - 0,3 Gew.-%
Rohdichte 2,9 - 3,0 g/cm³
Schleifabnutzung 5 - 8 cm³/50cm²

* Die genannten "Technischen Werte" sind nach Angaben der DIN 52 100 und anderen Quellen zusammengestellt und geben die Spannweiten mechanischer Parameter für das Gestein wieder.

Deutsche Vorkommen: Harz, Nordpfälzer Bergland, Odenwald.
Verwendung: Pflastersteine.
 

Migmatit

(meiktós, griech. = gemischt)
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Migmatite sind makroskopisch außerordentlich heterogene Gesteine mit teilweise metamorphem und z.T. magmatisch aussehendem Gefüge. Es ließ sich im Experiment bestätigen, daß der Entstehung von Migmatiten teilweise Schmelzbedingungen zugrundeliegen. Die hellen Anteile in den Migmatiten sind von granitartiger Zusammensetzung (Quarz und Feldspat), werden als Leukosome bezeichnet und stellen fast stets partielle Aufschmelzungsprodukte dar. Einen solchen meist regional großräumig angelegten Aufschmelzungsprozeß bezeichnet man als Anatexis.

Das veränderte metamorphe Gestein, aus dem das Leukosom ausgetreten ist, nennt man Restgestein (Restit). Im Restgestein sind die dunklen, mafischen Minerale wie Biotit, Hornblende, Cordierit, Granat, und Al-reiche Minerale, wie Sillimanit, u.a. angereichert. Daher wird es auch als Melanosom bezeichnet.

Durch die wechselnde Anordnung von Leukosom und Melanosom erhalten die Migmatite oft sehr auffallende Gefüge, die auf großer Fläche optisch beeindruckend sein können. Das Leukosom kann im Migmatit aderförmig, lagenförmig oder diffus zwischen brekzienförmig zerlegtem Melanosom verteilt sein. Das Melanosom ist andererseits im Leukosom nicht selten schlierig verteilt bis zu einer nebelhaften (nebulitischen) Homogenisierung zwischen beiden. Häufig werden ehemalige Faltentexturen als Fließfalten abgebildet.

Farbe: rot, rotbraun, rotgrau, grau, grünlich.

Technische Werte (f. Maracana):
Druckfestigkeit 155 N/mm²
Biegezugfestigkeit 20,4 N/mm²
Wasseraufnahme 0,39 Gew.-%
Rohdichte 2,68 g/cm³

Deutsche Vorkommen: Erzgebirge, Schwarzwald, Thüringer Wald (b. Ruhla).
Ausländische Sorten (Auswahl): Jacaranda, Maracana, Verde Candeias (Brasilien): Himalaya Blue, Multicolor, Paradiso (Indien); African Juparana (Südafrika).
Verwendung: Bodengeläge, Wandbekleidungen, Massivarbeiten.
 

Mikrodiorit (Kuselit)

(nach der Stadt Kusel in der Pfalz)
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Mikrodiorit ist ein mittelkörniges, in Gängen oder Intrusivkörpern auftretendes Ganggestein mit andesitisch-dioritischem Chemismus. Die primären Hauptgemengteilen sind Plagioklas und Pyroxen. Nach der Erstarrung erfolgte durch Einwirkung heißer wäßriger Lösungen eine weitgehende Umwandlung des Mineralbestandes in Phyllosilikate, Chlorit, Alkalifeldspat, Karbonate und Quarz.
Farbe: grünlichgrau, auch rostrot gefleckt.

Technische Werte *:
Druckfestigkeit N/mm²
Biegezugfestigkeit N/mm²
Wasseraufnahme Gew.-%
Rohdichte g/cm³
Schleifabnutzung cm³/50cm²

* Die genannten "Technischen Werte" sind nach Angaben der DIN 52 100 und anderen Quellen zusammengestellt und geben die Spannweiten mechanischer Parameter für das Gestein wieder.

Deutsche Vorkommen: Nordpfälzer Bergland.
Verwendung: Pflastersteine.
 

Mikrogabbro (Lamprophyr)

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Mikrogabbro ist ein fein- bis mittelkörniges, melanokrates Ganggestein gabbroider Zusammensetzung aus den Hauptgemengteilen Plagioklas, Amphibol, Pyroxen und Biotit.

Farbe: grau bis schwarzgrau

Technische Werte:
Druckfestigkeit 283 N/mm²
Biegezugfestigkeit 15,8 N/mm²
Wasseraufnahme 0,29 Gew.-%
Rohdichte 2,89 g/cm³
Schleifabnutzung 6,2 cm³/50cm²

Deutsche Vorkommen: Oberlausitz.
Deutsche Sorten: Sora (Oberlausitz).
Verwendung: Bodenfliesen, Wandbekleidungen, Pflastersteine.
 

Mondlochgestein

Dieses zumeist Kalkgestein hat durch verschiedene Natureinflüsse natürliche
Aushöhlungen und Lochformationen. Diese Steine eignen sich zu dekorativen Zwecken
Bepflanzung mit Moosen und Fettpflanzen (z.B. Sempervivum).

 

Monzonit

(n.d. Berg Monzoni / Südtirol)
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Monzonite sind mesotype, meist mittelkörnige Tiefengesteine bestehend aus den Hauptgemengteilen Plagioklas 40 - 60 %, Alkalifeldspat 15 - 35 %, Hornblende, Pyroxen und Biotit (mafische Gemengteile zus. 10 - 20 %). Monzonit führt im Vergleich zum Syenit mehr Plagioklas als Alkalifeldspat.

Farbe: rötliche bis graue, mitunter grünliche Grundfarbe.

Technische Werte*:
Druckfestigkeit 160 - 240 N/mm²
Biegezugfestigkeit 10 - 20 N/mm²
Wasseraufnahme 0,2 - 0,5 Gew.-%
Rohdichte 2,6 - 2,8 g/cm³
Schleifabnutzung 5 - 8 cm³/50cm²

* Die genannten "Technischen Werte" sind nach Angaben der DIN 52 100 und anderen Quellen zusammengestellt und geben die Spannweiten mechanischer Parameter für das Gestein wieder.

Deutsche Vorkommen:
Plauenscher Grund bei Dresden.
Ausländische Sorten (Auswahl): Balma (Italien); Zanja Choco, Zanjan Perlmutt (Iran); Kirklareli (europ. Türkei).
Verwendung: Bodenbeläge aller Art, Wandbekleidungen, Massivarbeiten.
 

Muschelkalk

Trias, Muschelkalk (237-225 Mio. Jahre vor heute)
Während sich die Gesteine des süddeutschen Buntsandsteines überwiegend unter festländischen Bedingungen ablagerten, sind die Kalke des Muschelkalks durch chemische Ausfällung unter Meeresbedeckung entstanden.

Die Menge des aus den Hochgebieten angelieferten Materials verringerte sich stark und konnte die Absenkung des Untergrundes nicht mehr ausgleichen. Das Flachmeer aus der norddeutschen Tiefebene griff immer weiter nach Süden über, z.T. auch über das Ablagerungsgebiet des Buntsandsteines hinaus.
Sande wurden nur noch am äußersten Rand des Meeres abgelagert, weiter im Zentrum bildeten sich Kalke. Zeitweise bestanden Verbindungen zum offenen Weltmeer im Süden (Tethys), z.B. in Oberschlesien und im Gebiet der heutigen Westalpen, durch die neue Lebensformen einwanderten. Diese Verbindungen waren im unteren und mittleren Muschelkalk seicht und durch Riffe eingeschränkt.

Dadurch entwickelten sich die eingewanderten Organismen unabhängig von Ihren Verwandten im Weltmeer. Besonders gut lässt sich diese Entwicklung bei Ceratites, einer Gattung der Ammonoideen, beobachten.
Durch den eingeschränkten Wasseraustausch mit der Tethys und das warme und trockene Klima kam es in dem durchweg seichten Meer v.a. im Mittleren Muschelkalk zu Eindampfungserscheinungen. Gips und Steinsalz lagerten sich ab, sie werden heute noch abgebaut.

Aufgrund des hohen Salzgehaltes im Mittleren Muschelkalk herrschte ein lebensfeindliches Milieu. Erst im Oberen Muschelkalk wurde die Fauna durch einen besseren Wasseraustausch wieder reichhaltiger und bestand aus Muscheln, Schnecken, Brachiopoden, Seelilien, Ceratiten, Fischen (Haie) und meeresbewohnenden Reptilien (Nothosaurier, Placodontier, Tanistropheus).

 

Nephelinit

(wegen des vorherrschenden Nephelin)
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Die den Foidolithen entsprechenden Ergußäquivalente sind die Nephelinite und Leucitite. Beide Gesteine sind weitgehend feldspatfrei und führen Nephelin bzw. Leucit als helle Gemengteile. Das Gefüge ist dicht bis pörös. An dunklen Gemengteilen tritt Pyroxen auf. Varietäten mit porösem bis stark offenporigem Gefüge werden im Handel als "Basaltlava" bezeichnet.

Farbe: dunkelgrau, schwarz.

Technische Werte (für "Basaltlava")*:
Druckfestigkeit 80 - 150 N/mm²
Biegezugfestigkeit 8 - 12 N/mm²
Wasseraufnahme 4 - 10 Gew.-%
Rohdichte 2,2 - 2,4 g/cm³
Schleifabnutzung 12 - 15 cm³/50cm²

* Die genannten "Technischen Werte" sind nach Angaben der DIN 52 100 und anderen Quellen zusammengestellt und geben die Spannweiten mechanischer Parameter für das Gestein wieder.

Deutsche Sorten: Hohenfels (Eifel)
Verwendung: Bodenbeläge, Blockstufen.

Netzpflaster

Der Netzverband kann auf alle Pflasterformate angewandt werden und meint die Verlegung gleicher Steingrößen eines Formates über Eck wild versetzt (relativ gleichmäßig produzierte Steine), Fugen durchlaufend - engfugig verlegt.
 

Oberflächen von Naturstein

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Es wird normalerweise keine "natürliche" oder "bruchrauhe" Oberfläche gehandelt, da heutzutage fast alle Steine mit Hilfe von Maschinen in den Brüchen gewonnen werden und entsprechend glatte Bruchkanten und Oberflächen haben. Sie werden deshalb in den meisten Fällen in der Oberfläche bearbeitete Produkte geliefert bekommen. Natursteine werden in Polieranlagen geschliffen und poliert.

Nicht jeder Stein ist mit jeder Oberflächenbearbeitung zu erhalten. Manche Steine lassen sich zum Beispiel nicht polieren oder flammen. Oder es ist einfach viel zu aufwendig und unbezahlbar ein Werkstück in der geforderten Oberfläche zu fertigen.

Die Gefügestruktur von Steinen bildet sich auf der Oberfläche ab. So sind große Poren, offene Stellen, Quarzadern usw., soweit im Stein vorhanden, immer sichtbar. Sie sind Bestandteil des Steines und seines Charakters.

Eine polierte Oberfläche ist für Fußböden im öffentlich zugänglichen Bereich nicht zulässig, da sie nicht rutschfest genug ist. Sie sollten diese auch im privaten Bereich auf nichtüberdachten Terrassen und Eingangspodesten nicht verwenden. Es werden hierfür geschliffene ( C120), geflammte oder gestrahlte Oberflächen empfohlen.

Gerade dunkle Steine verlieren bei diesen Oberflächenbearbeitungen ihren optischen Reiz. Darum bietet die Industrie Verfahren an, die den Boden bei polierter Oberfläche rutschfester machen. Es handelt sich dabei um chemotechnische oder physikalische ( mittels Laser) Verfahren.

 
 

Oberflächenbearbeitung

>> Geflammt
>> Gehämmert
>> Gekollert
>> Geriffelt
>> Gesägt
>> Gesandstrahlt
>> Geschliffen
>> Geschurt
>> Gespalten
>> Gestockt / fein gestockt
>> Spaltrau