Was sind Findlinge?

Ein Findling ist ein heute meist einzeln liegender sehr großer Stein, der während der Eiszeiten durch Gletscher transportiert und an seinem heutigen Standort abgelegt wurde. Auch heutige Gletscher transportieren solche Felsblöcke. Wenn das Eis schmilzt und der Gletscher sich zurückzieht, bleiben sie als Findlinge liegen. Findlinge sind die häufigste Form der erratischen Blöcke. Die Grenze zwischen Findlingen und den kleineren Geschieben zieht man bei einem Volumen von einem Kubikmeter.

Unsere Findlinge stammen aus dem skandinavischen Norden uns sind vor etwa 2 Millionen Jahren durch die Eiszeit in unseren Raum (etwa bis zum 50. Breitengrad) transportiert worden. Die Eisbewegungen war ein Fließen und Schießen, sie schleppte Gesteine und Geröll mit. Beim Abtauen des Eises blieb diese Fracht als Grundmoräne liegen, in der oft auch die Scherfugen als Abbild des Bewegungsvorganges erkennbar sind.

In der Regel sind jedoch die Findlinge glatt mit runden Formen, in mannigfachen, natürlichen Farbe erhalten blieben nur die festen Gesteine, wie Gneis, Granit und Porphyr.

Tipp für Gärtner: Unsere Findlinge müssen nicht bei uns bleiben. Sie können sich jederzeit einen für Ihren Garten heraussuchen.

Kleiner geschichtlicher Exkurs

Im 18. Jh. stellten Findlinge im wissenschaftlichen Weltbild ein Problem dar. Damals wurde die Erdgeschichte seit der Schöpfung als statisch betrachtet. Steine, die nun in Gebieten lagen aus denen sie geologisch nicht stammen konnten, konnte man sich nicht erklären. In der Mitte des 18. Jh. begann man sich jedoch intensiv mit der Frage zu beschäftigen durch welche Kräfte diese Gesteine transportiert wurden.

Erklärungsversuche wie “Riesen hätten die Steine durch die Luft geschleudert” wurden nicht mehr akzeptiert. Stattdessen wurden geologische Ursachen wie vulkanische Vorgänge vermutet. Im Jahre 1787 ging der Schweizer Politiker und Heimatkundler Bernhard Friedrich Kuhn (1762 – 1825) bereits davon aus, dass Gletschertätigkeiten die Ursache sein könnten. Diese Ansicht teilte auch der schottische Geologe James Hutton (1762 – 1797).

Das damalige Weltbild ließ es aber nicht zu, dass es eine Vergletscherung weiter Teile Europas gegeben haben soll. Aus diesem Grund entstand der Begriff des erratischen Blocks – was so viel wie “umherirrender Block” heißt und vom lat. errare “umherirren, umherstreifen” stammt.

Auch der Begriff “Eiszeit” war noch nicht geprägt, aber man konnte sich damals eher vorstellen, dass diese Gesteinsbrocken bei der Sintflut und weiteren Überschwemmungskatastrophen aus dem Norden an die heutigen Fundorte getragen worden. Dies gilt allerdings heute noch für die sogenannten Driftblöcke.

Die Gletscher-These wurde erst 1822 erstmals von Ignaz Venetz (1788–1859) aufgestellt. Leider fand er lediglich Gehör bei Jean de Charpentier (1786–1855), dem Salinendirektor in Bex (Kanton Waadt) im Schweizer Tal der Rhone.

Es dauerte bis in die 70iger des 19. Jh. bis sich die Theorie der Einszeiten durchsetzte.