Was ist Muschelkalk?

Während sich die Gesteine des süddeutschen Buntsandsteines überwiegend unter festländischen Bedingungen ablagerten, sind die Kalke des Muschelkalks durch chemische Ausfällung unter Meeresbedeckung entstanden.

Die Menge des aus den Hochgebieten angelieferten Materials verringerte sich stark und konnte die Absenkung des Untergrundes nicht mehr ausgleichen. Das Flachmeer aus der norddeutschen Tiefebene griff immer weiter nach Süden über, z.T. auch über das Ablagerungsgebiet des Buntsandsteines hinaus.

Sande wurden nur noch am äußersten Rand des Meeres abgelagert, weiter im Zentrum bildeten sich Kalke. Zeitweise bestanden Verbindungen zum offenen Weltmeer im Süden (Tethys), z.B. in Oberschlesien und im Gebiet der heutigen Westalpen, durch die neue Lebensformen einwanderten. Diese Verbindungen waren im unteren und mittleren Muschelkalk seicht und durch Riffe eingeschränkt.

Dadurch entwickelten sich die eingewanderten Organismen unabhängig von Ihren Verwandten im Weltmeer. Besonders gut lässt sich diese Entwicklung bei Ceratites, einer Gattung der Ammonoideen, beobachten.

Durch den eingeschränkten Wasseraustausch mit der Tethys und das warme und trockene Klima kam es in dem durchweg seichten Meer v.a. im Mittleren Muschelkalk zu Eindampfungserscheinungen. Gips und Steinsalz lagerten sich ab, sie werden heute noch abgebaut.

Aufgrund des hohen Salzgehaltes im Mittleren Muschelkalk herrschte ein lebensfeindliches Milieu. Erst im Oberen Muschelkalk wurde die Fauna durch einen besseren Wasseraustausch wieder reichhaltiger und bestand aus Muscheln, Schnecken, Brachiopoden, Seelilien, Ceratiten, Fischen (Haie) und meeresbewohnenden Reptilien (Nothosaurier, Placodontier, Tanistropheus).

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